14.10.2019 Exhibition Small World Theory | Reminder

Architektur Galerie Berlin

The Exhibition Small World Theory is still open until October 26th.

Eva Wilson gave the opening speech at the exhibition putting her father in art historical background. (German)

Peter Wilson bezeichnet seine Objekte als Monaden, mit Verweis auf Leibniz und Walter Benjamin. Benjamin schreibt etwa: „Die Idee ist Monade – das heißt in Kürze: jede Idee enthält das Bild der Welt. Ihrer Darstellung ist zur Aufgabe nichts Geringeres gesetzt, als dieses Bild der Welt in seiner Verkürzung zu zeichnen.“

Das klingt sehr gut und sehr treffend. Benjamin schreibt hier allerdings nicht über Kunstwerke, sondern über Geschichtsphilosophie. Man könnte also argumentieren, dass es wenig im Sinne Benjamins ist, den Begriff der Monade hier aufzurufen.
Diese Aneignung von Theorie und Begriffen aus Literatur, Philosophie, Wissenschaft und Geschichte ist jedoch typisch für diesen Teil der Praxis von Peter Wilson: aus dem großen und weiten Feld dessen, was er sieht und liest, zitiert er frei, verkürzt, verknüpft und spielt mit oft bewusst missverstandenen Doppeldeutigkeiten. Ich mache jetzt das gleiche, wenn ich noch einmal Benjamin zitiere: „Die Darstellung einer Idee kann unter keinen Umständen als geglückt betrachtet werden, solange virtuell der Kreis der in ihr möglichen Extreme nicht abgeschritten ist.“

Die möglichen Extreme werden in den kleinen Arbeiten in der Tat oft abgeschritten. Oft in Form von visuellen Pointen, von paradoxen Kombinationen, vom Zusammenprallen von historisch aufgeladenen Tropen mit profanen Alltagsgegenständen oder von Wortspielen im Titel, also oft mittels Ironie und Absurdität.

Please find the whole speech here.

 

picture: GPS House, Peter Wilson, 2013.

GPS HOUSE_2013
Back